Studenten 2011: ihre Wünsche, ihre finanzielle Situation, Ihre Prioritäten

Was Studenten hierzulande bewegt, wollte der Studienförderer Deutsche Bildung auch in diesem Jahr wieder wissen. An der Umfrage Campus Barometer 2011 nahmen 3.510 Studenten verschiedener Studienfächer und Hochschulen aus ganz Deutschland teil.

Studenten wissen ganz genau, was zufkünftige Arbeitgeber von ihnen erwarten. Sie sind sich bewusst darüber, wie wichtig Schlüsselkompetenzen, Praktika und zunehmend auch internationale Erfahrungen sind. Zu einem relativ hohen Anteil sind sie außeruniversitär engagiert oder zeigen Interesse, sich außerhalb der Hochschule zu engagieren. In der Realität überwiegt aber der Druck, den Anforderungen des Studiums zu entsprechen. Oft sind Studenten fokussiert darauf, ihr Studium so schnell und reibungslos wie möglich zu beenden.

Viele würden gerne weniger jobben
Die Nebenjobsituation ist fast genauso wie im Vorjahr. Mehr als die Hälfte der Studenten arbeitet neben dem Studium, davon 40 Prozent in fachfremden Nebenjobs, die ausschließlich dazu dienen, das Studium teilweise zu finanzieren, aber nichts mit dem zukünftigen Berufsziel zu tun haben.  Das finanzielle Budget ist im Vergleich zu den Vorjahren deutlich gesunken. Jobbende Studenten verdienen durchschnittlich 314 Euro pro Monat (Master: 362 Euro) durch Nebenjobs und arbeiten 11 Stunden pro Woche. Der Hälfte von ihnen sind das zu viele Stunden. 17 Prozent würden grundsätzlich gerne weniger arbeiten. Ein Drittel der Befragten würden am liebsten garnicht jobben, sondern sich auf ihr Studium   konzentrierenStudentenbarometern.

Zu wenig Zeit für ehrenamtliches Engagement
Dass der Druck im Studium groß ist, belegen auch die Ergebnisse zum außeruniversitären Engagement. Zeit- und Geldmangel sind die häufigsten Gründe für Studenten, sich nicht ehrenamtlich zu engagieren. Der Wunsch, den Stundenplänen zu entsprechen, ist stark ausgeprägt, was sich in der mangelnden Bereitschaft ausdrückt, zu Gunsten eines ehrenamtlichen Engagements länger zu studieren.

Nur wenige können sich Auslandsaufenthalte leisten
Ein ähnliches Bild ergibt sich in Sachen Auslandserfahrung. Studenten sind sich zwar bewusst über die Wichtigkeit von Auslandserfahrungen während des Studiums,  gehen aber auffallend selten ins Ausland. Die Bemühungen der Studienreform scheinen hier ins Gegenteil des Gewollten umzuschlagen. Hier spielt die finanzielle Situation von Studenten eine besonders hohe Rolle. Obwohl viele Studenten Auslandserfahrungen machen wollen,  können dies nur diejenigen realisieren, die das nötige Geld zur Verfügung haben. Wer ins Ausland geht, wird überwiegend von den Eltern unterstützt oder kann auf Ersparnisse zugreifen. Wer diese Finanzierungsquellen nicht hat, schreckt vor einem Auslandsaufenthalt zurück. Daraus kann man schließen, dass die von Arbeitgebern häufig geforderten internationalen Erfahrungen, nur diejenigen machen können, die über die nötigen finanziellen Mittel verfügen.

Seit 2007 fördert die Deutsche Bildung AG Studenten aller Fachrichtungen mit den Mitteln aus einem Studienfond. Damit verbunden ist für Geförderte die einkommensabhängige Rückzahlung der erhaltenen Studienförderung. Die gesamte Online-Befragung CampusBarometer 2011 steht zum Download auf www.deutsche-bildung.de.

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