Patentrezept für den optimalen Lebenslauf

Es gibt viele Ratgeber und Anleitungen mit Ratschlägen, Vorlagen und Rezepten für den angeblich perfekten Lebenslauf. Der einzige, der Deinen Lebenslauf optimieren kann, bist nur Du! Der Lebenslauf, auch CV genannt, ist das Kernstück Deiner Bewerbung, weil er immer zuerst gelesen wird. In diesem Beitrag findest Du Kriterien, die Du beachten solltest, wenn Du einen Lebenslauf erstellst. Wenn Du die Tipps als Checkliste betrachtest und umsetzt, um Deinem CV den letzten Schliff zu geben, hast Du die besten Chancen, um das Interesse des Personalers zu wecken.


1.       Die persönliche Daten – was muss hinein, was nicht?
Die persönlichen Daten beinhalten Name und Adresse, eine Telefonnummer unter der Du durchgängig  erreichbar bist und Deine Emailadresse. Nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) sind Altersangabe, Familienstand, Religionszugehörigkeit und Foto nicht mehr erforderlich. Das bedeutet, Du  entscheiden selbst, ob Du diese Angaben machen willst und den Bewerbungsunterlagen ein Foto hinzu fügst.
Das Bewerbungsfoto gehört in Deutschland immer noch zum Standard. Solltest Du dich dafür entscheiden, lass es bitte einem Fachmann machen – auf gar keinen Fall von einem begnadeten Hobby-Fotograf aus Deinem Freundeskreis. Zum Fototermin solltest Du so gekleidet sein wie zum Bewerbungsgespräch: also in Schlips und Kragen beziehungsweise Hosenanzug oder Kostümchen. Es gibt nur ganz wenige Ausnahmen, was die Kleiderordnung betrifft: Start-Ups oder Agenturszene. Aber generell gilt: lieber overdressed als underdressed.

2.       Die Berufserfahrung –  durch Übersichtlichkeit punkten
Wenn Du Dich für die antichronologische Form entscheiden, steht Ihre aktuelle oder letze Tätigkeit an oberster Stelle. Diese Reihenfolge erleichtert die Arbeit  des  Recruiters erheblich,  wenn er Deinen  Lebenslauf liest. Versetzt dich in seine Lage.  Er muss für die Besetzung einer einzigen Stelle jede Menge Lebensläufe lesen. Ihn interessiert hauptsächlich,  in wieweit Deine jetzige Tätigkeit  relevant für die offene Stelle ist. Sollte es um den ersten Job nach Deinem Studienabschluss handeln, kannst Du auch für die Bewerbung relevante Praktika an den Anfang stellen. Dazu mehr unter 7.

3.       Studium und Ausbildung – zählt nur die akademische Bildung?
Unterschätze nicht den Stellenwert einer Ausbildung vor dem Studium.  Falls Du vor Deinem Studium eine Ausbildung beendet hast, wertet das Deinen Lebenslauf auf. Besonders als Absolvent ist eine Ausbildung ein guter Ausgleich für mangelnde  akademische Berufserfahrung – auch wenn Ihre Ausbildung nicht in direktem Zusammenhang mit dem Studium steht.

4.       In der Kürze liegt die Würze?
Je nachdem wie viel Berufserfahrung man vorweisen kann, sollte der Lebenslauf maximal zwei bis drei Seiten umfassen. Die Länge hängt von der Anzahl der unterschiedlichen Tätigkeiten ab. Als Absolvent reichen in der Regel ein bis zwei Seiten. Das ist allerdings kein Gesetz. Wer viel berufliche Praxis durch Praktika gesammelt hat, längeren Auslandsaufenthalte oder –semester vorweisen kann, braucht genügend Platz um diese Fakten zu Papier zu bringen. Wer allerdings durch die Auflistung mehrerer  irrelevanter Nebenjobs auf zwei Seiten kommt, erreicht das Gegenteil von Interesse beim Recruiter.

5. Der erste Eindruck zählt – oft entscheiden Sekunden
Gib dem Personaler  die Chance, schnell zu erfassen, warum Du der geeignete Kandidat für die zu besetzende Stelle bist. Das erhöht Ihre Chancen, im Bewerbungsprozess in die nächste Runde zu kommen. In der Regel liest der Entscheider zunächst den Lebenslauf, um sich einen ersten Eindruck zu verschaffen. Wenn ihm schon beim  flüchtigen Lesen relevante Informationen zur fachlichen und persönlichen Qualifikation  ins Auge springen, wird er den Lebenslauf erneut zur Hand nehmen, um sich endgültig davon zu überzeugen, dass Du  die erforderlichen Kriterien erfüllst.

6.       Mut zur Lücke? Ehrlichkeit  währt am längsten?
Sollte es eine Lücke von mehr als drei Monaten in Deinem Lebenslauf geben, musst Du entscheiden: Mut zur Lücke oder dezent kaschieren. Werde Dir klar darüber, ob Du zu dieser Lücke stehst, wie sie sich auf Dein Leben, Studium und Deine Berufserfahrung ausgewirkt hat, welche Chancen daraus entstanden sind  und so weiter. Trage  in eine Liste ein, was dafür und was dagegen spricht, diese Lücke im Lebenslauf zu erwähnen. Solltest Du Dich für die Wahrheit entscheiden, dann formuliere positiv. Wenn Du beispielsweise längere Zeit ohne Job warst oder nach dem Studium einige Monate gebraucht hast, den ersten Job zu ergattern,  führe stichpunktartig auf, wie Du die unfreiwillige Freizeit für Weiterbildungsmöglichkeiten – etwa den Ausbau von Programmier- oder Sprachkenntnissen genutzt hast. Warst Du längere Zeit krank, dann beschreibe, wie sich Dein Leben nach der Krankheit positiv verändert hat, dass Du gesund bist und viel dafür tust, gesund zu bleiben.

7.       One fits all? Ein Lebenslauf für alle Bewerbungen?
Einen Lebenslauf für mehrere Bewerbungen verwenden –schön wär‘s.  Aber am Lebenslauf ändert sich doch nichts? De facto ist das richtig. Da der Lebenslauf aber immer vor dem Motivationsschreiben gelesen wird, kannst Du die für die Stelle relevante Informationen betonen und nach vorne rücken. Nur wenn der Personalentscheider auf den ersten Blick eine Übereinstimmung Deiner Qualifikationen mit den Anforderungen des Stellenprofils  feststellt, wird er sich weiter mit Deinen Bewerbungsunterlagen beschäftigen. Also komme ihm  entgegen, indem Du ihm diese Informationen in der Reihenfolge zur Verfügung stellst wie sie im Stellenprofil aufgeführt sind.
Interpretierst Du z. B. der Anzeige so, dass die akademische Bildung wichtiger ist als die Berufserfahrung, positionierst  Du den Abschnitt Studium vor dem Teil Berufserfahrung. Du bist der Meinung, dass ein bestimmtes Praktikum ausschlaggebend dafür ist, dass Du  für die Stelle der oder die Richtige bist. Dann beschränke  Dich nicht auf die reine Funktionsbeschreibung und der Zeitangabe. Beschreibe diese Tätigkeit ausführlicher als andere.

Und jetzt ran an die nächste Bewerbung! Und noch ein Tipp zum Schluss: Bitte jemand, den Lebenslauf Korrektur zu lesen. Denn: Je öfter man eigene Texte gelesen hat, desto häufiger übersieht man Rechtschreib- und Kommafehler.

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