Kleider machen Leute – auch im Bewerbungsgespräch

Die Arbeitswelt ändert sich rasant. Alte Standards sind im Umbruch.  Begriffe wie flexible Arbeitszeitmodelle, arbeiten im Homeoffice und von unterwegs dank modernster Technologien, Work-Life-Balance und viele mehr schwirren durch die Medien. In vielen Branchen hat sich auch die Kleiderordnung grundlegend verändert. Wer keinen Kundenkontakt hat, kann sich oft so kleiden, wie er sich wohl fühlt. Ausgenommen sind  Banken und Versicherungen. Auch in der Beratungsbranche gilt die Anzug- beziehungsweise Kostümpflicht.

Gilt das auch für das Vorstellungsgespräch? Kann man sich zum Beispiel als IT-Experte bei einem Start-up-Unternehmen in Jeans und Knitterjackett vorstellen oder als Bewerberin bei einer hippen Agentur in Minirock und T-shirt? Die Antwort lautet rigoros nein. Egal wie locker es im Berufsalltag am Arbeitsplatz zugeht, Anzüge sind für Männer im Vorstellungsgespräch Pflicht. Frauen haben schon mehr Auswahl bei der Kleidung: Sie können sich entweder für einen Hosenanzug  entscheiden – Kombinationen sind bei Ladies erlaubt –  oder für ein Kostüm.  Achtung bei der Rocklänge: Der  Rock sollte nicht kürzer sein, als eine Hand breit über dem Knie.  Oberteile sollten keinen Blick in ein tiefes Dekoltee ermöglichen. Lieber in gepflegter Business-Kleidung ein wenig overdressed beim Vorstellungsgespräch erscheinen, als sich durch unpassende Kleidung direkt ins Off kicken. Wer es schon bis zum Vorstellungsgespräch geschafft hat,  ist für das Unternehmen von seinen Qualifikationen her und dem Eindruck, die er mit seinen Bewerbungsunterlagen vermittelt hat, grundsätzlich interessant. Da wäre es doch schade, wegen unpassender Kleidung aus dem Bewerbungsverfahren auszuscheiden.

Der erste Eindruck zählt. Das gilt nach wie vor. Innerhalb weniger Minuten entscheidet Ihr Gesprächspartner rein emotional, ob er Sie sympathisch findet oder nicht. Das geschieht unbewusst und ist nicht beeinflussbar.  Dieser Eindruck manifestiert sich über die Ausstrahlung, Mimik und Gestik. Unvorteilhafte oder unangemessene Kleidung spielt  dabei auch eine nicht unerhebliche Rolle.

Allerdings ist nicht empfehlenswert, sich für das Vorstellungsgespräch zu verkleiden. Wer als Frau nie einen Rock trägt, fühlt sich wahrscheinlich nicht richtig wohl, wenn sie im Kostüm im Vorstellungsgespräch sitzt. Diese Bewerbersituation an sich führt bei den meisten Menschen sowieso zu einer gewissen Nervosität. Wenn man dann noch Kleidung trägt, in der man sich unwohl fühlt, wird der Stress nur noch größer. Der Wohlfühlfaktor spielt gerade für das Vorstellungsgespräch eine große Rolle. Wer sonst nur lässige Kleidung trägt, muss sich nicht unbedingt einen schwarzen Nadelstreifenanzug mit Weste zulegen. Wichtig ist, dass Sie authentisch sind und sich so geben wie Sie sind. Wer sich verstellt, wird von erfahrenen Recruitern schnell enttarnt. Das gilt auch für die Kleidung.  Wer sich eingezwängt oder beengt fühlt, bringt das durch seine Körperhaltung in jedem Fall zum Ausdruck. Wie gut, dass die Mode heutzutage eine große Bandbreite bietet, dass jeder ein Business-Outfit finden kann, dass zur Persönlichkeit passt.

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