Gute Vorsätze 2012 – beim nächsten Job wird alles anders

Mein Job stinkt mir schon lange – ich muss mehr Sport machen – jeden Tag 100 km zur Arbeit, das reicht mir jetzt – ich werde total verkannt und bin unterfordert im Job: Jetzt ist Schluss! Ein neuer Job muss her. Und überhaupt: Irgendwie muss sich alles ändern im neuen Jahr! Aber wie? Wo soll die Reise denn hingehen? Wo genau sind die privaten Baustellen, wo die beruflichen? Zum Jahresbeginn gibt es einen natürlichen Cut. Das Jahr ist vorbei. Da ist es kein Wunder, dass man genau zu diesem Zeitpunkt nicht nur das Jahr Revue passieren lässt, sondern auch die ganz persönlichen Erfolge und Misserfolge. Da die meisten von uns die meiste Zeit am Arbeitgeber verbringen, geht man auch mit dem Job, dem Arbeitsumfeld, den Vorgesetzten und den Karrierezielen ins Gericht.

Beim nächsten Job wird alles anders! Schön wär‘s und so einfach, denn momentan stehen die Chancen, einen neuen Job zu ergattern, der einen durch  bessere Bezahlung und mehr Verantwortung weiterbringt, aufgrund der Wirtschaftslage sehr gut. Oft handeln wir aber auf Jobsuche nach ein und demselben  „Beuteschema“.  Im Ernst, das gilt nicht nur für die Partnerwahl, sondern sehr oft auch für die Jobwahl.

Den richtigen Arbeitgeber kann man sicherlich nicht nur aufgrund von Arbeitgeber-Rankings finden und auch nicht beim wahllosen Suchen in Jobsuchmaschinen und Online-Stellenbörsen. Erstere listen größtenteils sowieso nur die Arbeitgeber, die viel Geld in Image- und Employer-Branding-Kampagnen investieren und Jobsuchmaschinen sind sicherlich sehr hilfreich, um sich einen Marktüberblick zu verschaffen und die größt mögliche Anzahl von Stellenangeboten zu finden, die der eigenen Qualifikation und Berufserfahrung entsprechen. Aber die eigenen kurz-, mittel- und langfristigen Karriereziele und Lebensziele muss man selber stecken. Bevor man daran gehen kann, sollte man allerdings den Status Quo genauer analysieren, sich selber etwa  folgende Fragen stellen und sich diese ehrlich beantworten.

  • Wie sieht meine private Lebensplanung für die nächsten fünf Jahre aus?
  • Habe ich eine Lebensvision, mit der meine Karriereplanung in Einklang bringen muss?
  • Stimmt meine Lebens- und Karriereplanung mit der meines Partners überein?
  • Was ist mir wichtiger als Erfolg?
  • Was will ich unbedingt in meinem Leben erreichen?
  • Was muss ich dafür tun?

Wenn man sich selbst nicht ganz sicher ist bei der Bewertung der ein oder anderen beruflichen Situation, die gar nicht gut gelaufen ist, hilft oft, sich selber beispielhafte Situationen ins Gedächtnis zu rufen? Warum bin ich mit dem  Projekt damals nicht klar gekommen? Lag es an den Unstimmigkeiten mit dem Team, den Ansprechpartnern beim Team, dem Zeitdruck? Wie würde ich heute in der gleichen Situation handeln? Kann es sein, dass ich generell unter permanentem  Stress keine guten Ergebnisse bringe? Wenn ja, gibt es andere Beispiele? Ja gibt es! In welcher Tätigkeit außerhalb des Projektmanagements  könnte ich mit meiner Erfahrung und Qualifikation mehr Befriedigung und Anerkennung finden?

Alle diejenigen, die mit ihrem Job eigentlich zufrieden sind und sich beim aktuellen Arbeitgeber gut aufgehoben fühlen, da er sie ausreichend fordert und fördert, sie wertschätzt und angemessen bezahlt, sich aber trotzdem dauerhaft gestresst fügen, sollten überlegen, wie sie mit ihrer Freizeit umgehen und ob es hier etwas zu ändern gibt. Oft neigen gerade im Job sehr engagierte und disziplinierte Menschen dazu, zu perfektionistisch mit ihrer Freizeit umzugehen. Work-Life-Balance kann nicht bedeuten, die freie Zeit genau so perfekt durchzutakten und möglichst „effizient“ zu nutzen. Erholungsphasen und Auszeiten, in denen man einfach nichts tut sind extrem wichtig und  gehören genauso zum Privatleben wie Sport und Aktivitäten mit Freunden.

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