Strategie für den erfolgreichen Jobwechsel

Viele Arbeitnehmer kennen es, das permanente Gefühl, das sich immer wieder einstellt und stets die gleiche Botschaft sendet: „Du willst einen anderen Job.“  Das nachhaltige Bedürfnis, sich beruflich zu verändern, sich neue Herausforderungen zu stellen, weil einem der Job schon länger stinkt und man sich dem eigenen Arbeitgeber nicht mehr verbunden fühlt, kennen nicht nur alte Hasen mit jahrzehntelanger Berufserfahrung. Auch bei Young Professionals kann es auftreten. Passiert das schon während der Probezeit, lässt sich das Problem relativ unproblematisch aus der Welt schaffen. Denn die Probezeit dient für beiden Vertragspartner zur Überprüfung, ob man zu einander passt. Ist das nicht Fall, sollte man sich vor Ablauf der Probezeit einvernehmlich trennen.

Was aber, wenn sich bereits nach ein, zwei Jahren Berufserfahrung das dringende Bedürfnis nach beruflicher Veränderung manifestiert? Wie handelt man strategisch klug und tut sich selbst dennoch keinen dauerhaften Zwang an? Muss man nicht drei bis fünf Jahre im ersten Job nach dem Studium aushalten? Da sind wir auch schon beim Stichwort. Aushalten und durchhalten hat nichts mit Freude am Job, sich richtig reinhängen und weiterkommen zu tun. Wer also dieses Gefühl nicht los wird, sollte ihm auf den Grund gehen. Wer sich ernsthaft mit dem Gedanken trägt, auf Jobsuche zu gehen, sieht vielleicht schon klarer, wenn er folgende Aspekte berücksichtigt.

Klar sehen
Das Gefühl, dass ein Jobwechsel notwendig ist, muss mit Fakten untermauert werden. Das heißt, nicht, dass Du Deinen Gefühlen nicht trauen sollst. Aber Du solltest Dir gegenüber ehrlich sein und Emotionen mit Fakten untermauern können, damit Du so eine wichtige Entscheidung mit Tragweite vor Dir selbst sachlich begründen kannst. „Flüchte ich vor vorrübergehenden Problemen in einem Projekt, mit einem Kollegen oder meinem Vorgesetzten? Habe ich ein persönliches Problem, das sich auf meine Arbeit und das Arbeitsumfeld auswirkt, aber eigentlich nichts mit meinem Job zu tun hat?“

Lass Dich beraten
Weihe gute Freunde und Deinen Partner in Deine Pläne ein und investiere Sie in ein paar Stunden in ein gutes Coaching. Die Entscheidung, die Du treffen willst, sollte es Wert sein, vorher professionalen Rat einzuholen und einen Experten von außen und professionell auf Deine berufliche Situation, Deine Zweifel und die Gründe für Deinen Jobfrust zu schauen. Was gibst Du auf, wenn Du Deinen Job kündigst? Wiegen die Nachteile schwerer als die Vorteile? Solltest Du kündigen, ohne einen neuen Job unter Dach und Fach zu haben, musst Du vorher realistische Vorstellungen davon haben, wie lange Deine finanziellen Rücklagen reichen.

Der nächste Job soll passen
Wenn möglich machst Du Dich also auf Jobsuche, bevor Du Deinen Job kündigst. Wo kannst Du Jobs finden außer in Jobbörsen, Jobsuchmaschinen und auf Karrierewebsites oder Unternehmenswebsites? Nutze Deine Netzwerke. Ach so, Du hast gar keine. Fast jeder hat Kontakte, denen er sich nicht bewusst ist, die ihm aber beruflich nutzen können -  etwa aus seinem Abi-Jahrgang und zu ehemaligen Kommilitonen. Wahrscheinlich hast Du auch ein XING-Profil, in dem Du die Rubrik „Ich biete“ vielleicht mal aufpoliert werden solltest, damit Arbeitgeber auf Mitarbeitersuche Dich leicht finden können. Facebook- und XING-Seiten von Unternehmen eignen sich genauso gut zur Kontaktanbahnung wie Gruppen auf XING, die inhaltlich etwas mit dem Berufsumfeld, der Branche oder der Funktion zu tun haben, in der Du Dir den neuen Job vorstellen kannst.

Immer korrekt bleiben
Solltest Du zu dem Schluss kommen, dass Du die Initiative ergreifst, dann wäge ab, ob Dein jetziger Arbeitgeber vielleicht zu einem Aufhebungsvertrag bereit ist. Fragen kostet nichts und kündigen kannst Du immer noch. Welchen Weg Du auch wählst:  Verhalte Dich korrekt und halte Kündigungsfristen ein. Außerdem gehst Du auch nach der Kündigung Deinem Job so gewissenhaft und engagiert nach wie bisher. Du bist ein Profi, der sich so verhält, dass man ihm nichts Schlechtes nachsagen kann.

Feedback einholen
Auch dieser Job, so sehr er Dir in den letzten Monaten gestunken haben mag, hat Dich weitergebracht: wahrscheinlich fachlich und persönlich, denn keine Berufs- und Lebenserfahrung ist umsonst. Also solltest Du das Beste aus der Situation machen und Feedback von Deinem Vorgesetzten einholen, bevor Du das Unternehmen verlässt. Konflikte sollten gelöst sein und Missverständnisse aus der Welt geschaffen. Fehler, die man einmal gemacht hat, müssen nicht unbedingt wiederholt werden.

Das Arbeitszeugnis nicht vergessen
Du solltest wenn möglich etwa einen Monat, bevor Du das Unternehmen verlässt, das Thema Arbeitszeugnis ansprechen und auch klar aussprechen, dass Du es am Tag Deines Austritts haben willst. Wenn ein Arbeitnehmer erst ausgeschieden ist, kann er oft keinen Einfluss mehr auf die Inhalte im Arbeitszeugnis nehmen und hat kaum Einfluss auf den Zeitpunkt der Aushändigung. Schlage vor, Deine Tätigkeitsschwerpunkte als stichwortartig zusammenzufassen, um dem Personaler und Deinem Vorgesetzten die Arbeit zu erleichtern und den Prozess zu beschleunigen. Bei dieser Aufstellung vergisst Du natürlich nicht, Deine Erfolge und den Mehrwert, den Du dem Unternehmen gebracht hast natürlich nicht.

Der Abschied sollte gefeiert werden
Auch wenn Du nichts wie weg willst, solltest Du je nach dem, was  in Deinem Unternehmen üblich ist, einen Ausstand geben. Dieser Ausstand symbolisiert den Trennungsakt und: dass Du im Guten gehst und mit Dir, Deinen Kollegen und Vorgesetzten im Reinen bist. Ein wenig Diplomatie schadet übrigens selten. Vielleicht werden Ex-Kollegen und Vorgesetze irgendwann zu neuen Geschäftspartnern oder Kunden.

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