Wann sind Unternehmen wirklich top?

Es gibt mal wieder ein neues Ranking. Dabei geht es nicht wie so oft um die beliebtesten Arbeitgeber, sondern um „Deutschlands vorbildlichste Unternehmen“. Dazu befragte die Beratungsgesellschaft Ernst & Young 1.000 Verbraucher in Deutschland.

Die Messlatte der Deutschen hängt hoch. Als wichtigstes Kriterium, das ein Unternehmen zum Top-Unternehmen macht,  nennen 73 Prozent der Befragten die Schaffung von Arbeitsplätzen in Deutschland. Am zweit wichtigsten ist der Umweltschutz mit 68 Prozent. Für 62 Prozent der Teilnehmer zählt die Innovationskraft eines Unternehmens und fast genauso viele Befragte messen Unternehmen an ihrem positiven Beitrag zur Entwicklung des Wirtschaftsstandorts Deutschland, was letztendlich wieder in die Schaffung von Arbeitsplätzen mündet. Für 57 Prozent der Befragten steigen Unternehmen in der Bewertung, wenn sie hohe ethische Ansprüche umsetzen und 52 Prozent halten soziales Engagement für wichtig.

Neue Arbeitsplätze, Umweltschutz und Nachhaltigkeit haben oberste Priorität

Aus Sicht der Befragten gehen als Sieger  in Sachen Schaffung von Arbeitsplätzen Volkswagen mit 24 Prozent, Siemens  mit 14 Prozent und Daimler mit 10 Prozent hervor. Schwieriger wird die Bewertung  in Puncto Umweltschutz und nachhaltigem Wirtschaften. 34 Prozent der Teilnehmer der Umfrage können kein Unternehmen benennen, das sich hier hervortut. Marc Smith, Managing Partner bei Ernst & Young,  bewertet die Wahrnehmung der Umfrageteilnehmer als teilweise einseitig. Bekannte deutsche Konzerne, die gleichzeitig zu den größten Arbeitgebern gehören, stehen im allgemeinen öffentlichen Bewusstsein für Innovation und Arbeitsplatzgenerator. Themen wie Umweltschutz, Nachhaltigkeit und ethisches Handeln sind noch nicht so lange in den Medien und der öffentlichen Diskussion, was dazu führt, dass weniger Bürger hierzu eine Meinung gebildet haben. Laut Smith wird Deutschland in erster Linie als Automobilstandort wahrgenommen – und das nicht nur im Ausland.  Vergleicht man die wichtigsten  Arbeitgeber-Rankings mit dieser Umfrage, wird der Bewusstseinstransfer schnell deutlich, denn Arbeitgeber aus der Automobilbranche gehören zu den beliebtesten Arbeitgebern in Deutschland.

Transparenz ist wichtiger denn je
Also haben deutsche Konzerne ein größeres Hausaufgaben-Pensum vor sich. Obwohl für jeden Zweiten die ethischen Werte und das soziale Engagement eines Unternehmens wichtig sind, kann nur jeder Dritte ein Unternehmen benennen, das seiner Meinung nach ethisch einwandfrei handelt, indem es beispielsweise konsequent gegen firmeninterne Korruption vorgeht. Demnach klaffen Anspruch und Wahrnehmung weit auseinander. Hier sieht Smith eine Chance für Unternehmen, bei denen es Skandale und unehrenhaftes oder sogar kriminelles Handeln von Top-Managern gab. Denn die drei  Siegerunternehmen in der Kategorie Schaffung von Arbeitsplätzen –  Siemens, VW und Telekom  waren alle in jüngster Vergangenheit mit dem Vorwurf unethischen Handelns konfrontiert. Offensichtlich haben sie ihre Baustellen abgearbeitet und dies auch öffentlich gemacht.

Unternehmen, die nicht nachhaltig handeln werden das deutlich spüren
In der Ausgabe der vergangenen Woche berichtete die Wiwo über eine Studie, die Coca Cola zusammen mit der Verbraucher Initiative e.V. durchgeführt hat. Konsumenten legen immer mehr Wert auf Nachhaltigkeit. Demnach gab jeder dritte Befragte an, dass er seine Kaufentscheidungen  an seine Meinung über das Nachhaltige Handeln des Produzenten des Produkts koppelt. Auch hier stehen  Unternehmen einer große Herausforderung gegenüber. Denn was nützt gelebte Nachhaltigkeit, beispielsweise im Bezug auf Umweltschutz oder die Verwendung und Herstellung recyclebarer Materialien, wenn die breite Öffentlichkeit nicht davon erfährt.

Was mich noch brennend interessiert?  Was sind für Euch die wichtigsten Kriterien, die ein Top-Unternehmen ausmachen?  Aus welchen Gründen würdet Ihr Unternehmen als Arbeitgeber ablehnen? Ich freue mich auf Eure Kommentare!

Eure Anja

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