Mietrecht für Studenten: Rechte und Pflichten bei einer Untervermietung

Mietrecht für Studenten: Rechte und Pflichten bei einer Untervermietung

© Jupiterimages/Photos.com/Thinkstock

Möchte man als Student eine Wohngemeinschaft gründen, braucht man zunächst eine Wohnung. Hat man diese gefunden und zieht dort als Hauptmieter ein, entstehen damit einhergehend auch besondere Rechte und Pflichten. Welche das sind und worauf man achten sollte, erfahrt ihr hier.

Bürgschaft der Eltern oder Kaution?

Zum Schutz vor Mietausfällen oder anderen Schäden verlangen Vermieter von Studenten häufig eine Bürgschaft durch die Eltern. Dieses Vorgehen ist rechtlich legitim, solange die Bürgschaft nicht zusätzlich zur normalen Kaution gefordert wird und beide Sicherungsmittel zusammen drei Monatsmieten überschreiten. Wer dem Vermieter bei Vertragsabschluss eine höhere Mietsicherheit zugestanden hat, kann diese jederzeit nachträglich bis zur zulässigen Höchstgrenze zurückfordern.

Wissenswertes zur Untervermietung

Egal ob befristete Untermiete oder die Gründung einer richtigen WG, wer seine Wohnung vermietet, muss vorher den Vermieter um Erlaubnis fragen. Ist die Untervermietung bereits im Mietvertrag ausdrücklich und pauschal genehmigt, braucht es keiner weiteren Schritte. Ist dem nicht so, muss man dem Vermieter zwar den vollständigen Namen des Untermieters geben, jedoch keine Auskünfte über die Einkommensverhältnisse dessen. Man hat laut Gesetz sogar Anspruch auf die Erlaubnis zur Untervermietung. Wenn nach Abschluss des Mietvertrages ein berechtigtes Interesse an einer Untervermietung entstanden ist, zum Beispiel durch einen längeren Auslandsaufenthalt (bis zwölf Monate) oder aufgrund von Arbeitslosigkeit. Wichtig: Hat man als Hauptmieter ohne zu fragen unter- oder weitervermietet, kann es zu einer Kündigung wegen „unbefugter Gebrauchsüberlassung” kommen.

Das Verhältnis zwischen Haupt- und Untermieter

Zunächst muss man sich klar machen: Wer als Hauptmieter auftritt, haftet allein gegenüber dem Vermieter für die pünktliche Mietzahlung, die Beachtung der Hausordnung und alle entstandenen Schäden an der Wohnung. Denn wer der Verursacher des Schadens ist, ist dem Vermieter egal. Im Ernstfall muss der Hauptmieter die Konsequenzen tragen, sprich Beschwerden einstecken oder schlimmer noch, Reparaturen und Mietausfälle selbst begleichen.

Für das Verhältnis zwischen Haupt- und Untermieter gilt erstens das, was im Untermietvertrag vereinbart wurde und zweitens das normale Mietrecht des BGB. Das bedeutet unter anderem, dass die Miete zu Beginn des Untermietverhältnisses zwischen beiden Parteien im Rahmen des Gesetzes frei vereinbart werden kann, und zwar unabhängig davon, wie viel Miete der Hauptmieter selbst bezahlt. Außerdem kann der Hauptmieter dem Untermieter nicht nur “ordentlich” kündigen, zum Beispiel wenn er Eigenbedarf für die untervermieteten Räume anmeldet, sondern unter Einhaltung der vereinbarten Fristen ohne Angabe von Gründen.

Kommentieren