Karrieretip: Ausbildung zum technischen Fachwirt

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Bild: Weiterbildung ©flickr.com/ DigiMediaL

In der beruflichen Bildung unterscheidet man in Deutschland die Bereiche Erstausbildung in staatlich anerkannten Berufen (rund 300 Berufe in Industrie, Handel und Handwerk), die  Hochschulberufe sowie Ausbildungen in nicht staatlich anerkannten Berufen. Hinzu kommt der große und nur zum Teil geregelte Bereich der beruflichen Weiterbildung. Dazu gehören Anpassungs- und Aufstiegsweiterbildung und Fortbildungen.

Flexible Ausbildungsmöglichkeiten zum Technischen Fachwirt

Alles was mit der Ausbildung in den oben genannten rund 300 Erstausbildungsberufen zusammenhängt, ist im Berufsbildungsgesetz (BBiG) geregelt. Es beinhaltet auch Festlegungen hinsichtlich von Weiterbildungen. Die Qualifizierung zum Technischen Fachwirt ist eine in Industrie und Handel bundesweit einheitlich festgeschriebene und im Handwerk kammerrechtlich geregelte Weiterbildung nach dem BBiG. Damit wird auch der Abschluss landesweit anerkannt.

Der Technische Fachwirt ist eine mittlere Qualifikation unterhalb der akademischen Ebene und umfasst betriebswirtschaftliche/kaufmännische, vertriebsbezogene und technische Fähigkeiten. Die Absolventen sind in der Regel im mittleren Management tätig. Der Aufstieg in den oberen Führungszirkel ist durchaus möglich. Ausgeübt werden zumeist planende, organisierende, überwachende und unmittelbar kundenbezogene Tätigkeiten. Nicht selten sind sie im Vertrieb und Verkauf sowie in der Kundenberatung und -betreuung beschäftigt. Ihr Arbeitsfeld ist nicht auf bestimmte Wirtschaftszweige beschränkt.

Verschiedene Wege zum Abschluss

Die Abschlussprüfungen sind mit Differenzierungen in Industrie, Handel und Handwerk ähnlich. Die Ausbildung wird sehr flexibel gestaltet. Die häufigsten Lehrgangsformen sind Teilzeitkurse neben der Berufstätigkeit (Abend- und/oder Wochenendlehrgänge, Fernlehrgänge), die bis zu 2,5 Jahre laufen können. An einigen Standorten werden Vollzeitkurse angeboten, deren Dauer sich zwischen acht Wochen und acht Monate bewegt. E-Learning-Kurse sind circa in sechs Monaten beendet.

Zugangsvoraussetzung für die Weiterbildung ist der Abschluss einer mindestens dreijährigen Ausbildung in einem anerkannten Industrie-, Handels- oder Handwerksberuf. Außerdem werden eine mindestens einjährige Berufserfahrung sowie EDV-Anwenderkenntnisse vorausgesetzt.

Nach den Vorschriften ist die Teilnahme an einem Vorbereitungslehrgang keine zwingende Zulassungsvoraussetzung für die Prüfung. Das bedeutet, wer glaubhaft machen kann, dass er die Prüfungsanforderungen auf einem anderen Wege erworben hat, muss zur Abschlussprüfung zugelassen werden. Auch kann die Weiterbildung in Kombination mit einer Meisterprüfung abgeschlossen werden. Spezielle Regelungen im Handwerk erlauben es, die Prüfung als eine Zusatzqualifikation im Rahmen der beruflichen Ausbildung von Abiturienten in einem anerkannten Ausbildungsberuf abzulegen.

 Ausbildungs- und Prüfungsinhalte

Die nachzuweisenden Kompetenzen beziehen sich auf drei Bereiche. Zum einen die wirtschaftsbezogenen Qualifikationen. Dazu gehören Volks- und Betriebswirtschaft, Recht und Steuern, Rechnungswesen und Controlling sowie Unternehmensführung. Zum zweiten die technischen Qualifikationen. Zu ihnen zählen naturwissenschaftliche und technische Grundlagen, Werkstofftechnologie, technische Kommunikation sowie Fertigungs- und Betriebstechnik. Der dritte Bereich umfasst handlungsbezogene Qualifikationen wie Absatz- und Materialwirtschaft, Kooperation und Logistik, Produktions- und Ablaufplanung sowie -steuerung und -kontrolle, Qualitäts-, Ressourcen- und Umweltmanagement, Arbeitssicherheit und spezielle Aufgaben der Teamführung, des Zusammenspiels von Arbeitseinheiten innerhalb und außerhalb des Arbeitsbereiches bzw. des Unternehmens sowie unternehmensbezogene Netzwerkgestaltung.

In der integrierten Ausbildung im Handwerk wird auch in Betriebs- und Kommunikationssystemen, Internet, Software und Englisch ausgebildet.

Eine alternative Ausbildung ist die zum Technischen Betriebswirt, die ebenso eine anerkannte Weiterbildung darstellt. Interessenten können sich in ihren Personalabteilungen, den Kammern oder bei der Arbeitsagentur informieren.

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