Jugendliche in Deutschland sehen mit Zuversicht in die Zukunft – Teil 1

Gestern erschien die 14. Shell-Jugendstudie, die in Zusammenarbeit mit Sozialwissenschaftlern der Universität Bielefeld und Infratest durchgeführt wurde. Befragt wurden mehr als 2.500 Jugendliche zwischen 12 und 25 Jahren wurden zu ihrer Bildungs- und Lebenssituation sowie zu ihrer Wertevorstelllung und politischer Einstellung befragt.

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Im Vergleich zur letzten Studie zeigt sich eindeutig, dass das allgemeine Interesse und das Vertrauen in die Politik rückläufig ist. Insgesamt interessieren sich nur 34 Prozent der Jugendlichen für Politik. Hauptsächlich sind das Jugendliche mit höherem Bildungsniveau. 59 Prozent der Befragten (2009 waren es 50 Prozent) sehen ihrer Zukunft mit Optimismus entgegen. Auch hier ist der soziale und der Bildungsunterschied ausschlaggebend: Nur 33 Prozent aus sozial benachteiligten Familien blicken mit Optimismus in die Zukunft.

Bildung ist der  Schlüssel zum Erfolg
In Deutschland hängt der berufliche und gesellschaftliche Erfolg wie in keinem anderen Land sehr stark von der sozialen Herkunft ab. Das empfinden die Befragten auch so. Daher ist ein guter Schulabschluss umso wichtiger. Während insgesamt 71 Prozent der Jugendlichen glauben, ihre beruflichen Vorstellungen verwirklichen zu können, sind nur 41 Prozent der Befragten aus sozial schwierigen Verhältnissen davon überzeugt. Etwa die Hälfte aller Schüler/innen möchte das Abitur oder eine fachgebundene Hochschulreife erwerben. Dabei streben mehr Mädchen als Jungen eine höhere Bildung an.

Karriere ist wichtig – Familie auch
Die Familie hat bei den befragten Jugendlichen einen hohen Stellenwert und ist genauso wichtig wie die Karriere. 75  Prozent der Mädchen und 65 Prozent der Jungen glauben, dass man zum Glücklichsein eine Familie braucht. Mehr als zwei Drittel wollen später eigene Kinder haben.

Ohne Computer geht gar nichts
96 Prozent aller Jugendlicher haben Zugriff auf der Internet. Im Schnitt verbringen sie 13 Stunden pro Woche am Computer. Auch hier unterscheidet sich das Freizeitverhalten von Jungendlichen aus privilegierten Elternhäusern gegenüber denen aus sozial benachteiligten Familien. Erstere beschäftigen sich mehr mit Lesen und kreativen Tätigkeiten. Darüber hinaus haben sie viele soziale Kontakte.
Auch die Art der Internetnutzung ist abhängig von der sozialen Herkunft. 25 Prozent der Mädchen sind digitale Netzwerker und nutzen soziale Netzwerke wie Facebook und StudiVZ. 24 Prozent der männlichen Jugendlichen aus sozial benachteiligten Familien sind Gamer. 34 Prozent (hauptsächlich Jungen aus oberen sozialen Schichten) nutzen die ganze Bandbreit des Netzes.

Soziales Engagement steht hoch im Kurs
39 Prozent Jugendliche engagieren sich sozial. Dies ist eine Steigerung gegenüber den Vorjahren. Auch hier gibt es eine soziale Kluft: Engagement ist abhängig von der Bildung und der sozialen Schicht.
Jugendliche sehen den demographischen Wandel in Deutschland als Problem. Mehr als 50 Prozent bewerten das Verhältnis zwischen Jung und alt als eher gespannt. Trotzdem zeigen immer mehr Jugendliche Respekt vor dem Alter. Ein Beweis dafür ist die Tatsache, dass 47 Prozent der Meinung sind, dass die Verteilung des Wohlstands in Deutschland gerecht sei.

Realisten und Idealisten
Insgesamt unterscheidet die Studie vier Typen von Jugendlichen, die sich den Herausforderungen der Zukunft unterschiedlich stellen:

  1. Selbstbewusste Macher
  2. Pragmatischen Idealisten
  3. Zögernde Unauffällige
  4. Robuste Materialisten

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