Durchführungswege der betrieblichen Altersversorgung

Bild: © Photodisc/Thinkstock

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Die betriebliche Altersversorgung ist inzwischen ein wichtiger Stützpfeiler der privaten Vorsorge für das Alter geworden. Immer mehr Arbeitnehmer entscheiden sich für eine Direktversicherung, Pensionskasse, Direktzusage, Unterstützungskasse oder einen Pensionsfonds. Häufig handelt es sich dabei einfach um die Option, die der Arbeitgeber anbietet. In manchen Fällen wäre aber vielleicht eine andere Version der bAV die bessere Wahl. Um dies beurteilen zu können, solltest Du die unterschiedlichen Durchführungswege der betrieblichen Altersversorgung kennen.

Welcher Durchführungsweg ermöglicht eigentlich die Nettoentgeltumwandlung und bis zu welcher Höhe sind die Beiträge steuerfrei? Worin besteht die Leistungszusage genau und wie erfolgt die Auszahlung? Diese und weitere Fragen klären wir im folgenden Artikel für Dich. Wenn Du Dich über eine oder mehrere Varianten weiterführend informieren möchtest, hilft dir das bAV-Portal der Aachen Münchener mit ausführlichen Informationen zu den folgenden Durchführungsvarianten weiter:

  • Direktversicherung
  • Pensionskasse
  • Pensions-/Direktzusage
  • Pensionsfonds
  • Unterstützungskasse

Netto- oder Bruttoentgeltumwandlung?

Bei der Nettoentgeltumwandlung werden die Beiträge vom Nettolohn abgezogen und abgeführt. Sie werden also aus versteuertem Einkommen gezahlt. Im Gegenzug kannst Du im Rahmen Deiner Einkommensteuererklärung die Riester-Zulagen beantragen oder Deine Ausgaben für die Versicherung als Sonderausgaben von der Steuer absetzen. Das Finanzamt führt hierfür eine Günstigerprüfung durch, um die für Dich vorteilhaftere Variante zu finden. Die Option der Nettoentgeltumwandlung ergibt sich bei der Direktversicherung, dem Pensionsfonds und der Pensionskasse.

Die Alternative ist die Bruttoentgeltumwandlung. Hierfür verzichtet der Arbeitnehmer auf einen Teil seines monatlichen Entgelts. Aus diesem Kapitalstock bezahlt der Arbeitgeber die Beiträge zur bAV. Da dieses Geld nicht mehr zum Bruttoentgelt zählt, ergibt sich dadurch zunächst eine geringere Belastung mit Einkommensteuer und Sozialversicherungsbeiträgen. Welche der beiden Varianten besser zu Deiner Situation passt, hängt davon ab, wie hoch Dein Einkommen ist, ob Du verheiratet bist und ob Du Kinder hast.

Steuer- und Sozialversicherungsfreiheit

Du kannst pro Jahr 4 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze in deine gewählte Versicherungsform einzahlen, ohne darauf Sozialversicherungsbeiträge bezahlen zu müssen. Im Jahr 2014 sind dies also 238 Euro pro Monat bzw. 2.856 Euro pro Jahr. Dies gilt für alle fünf Durchführungswege. Anders sieht es bei der Steuerfreiheit aus. Lediglich in die Direktzusage und die Unterstützungskasse kann jedes Jahr in unbeschränkter Höhe steuerfrei eingezahlt werden. Bei der Direktversicherung, dem Pensionsfonds und der Pensionskasse liegt die maximale steuerfreie Beitragshöhe bei 4.656 Euro pro Jahr bzw. bei 388 Euro pro Jahr.

Die Auszahlung zum Laufzeitende

Auch bei der Auszahlung unterscheiden sich die verschiedenen Durchführungswege wesentlich. Bei allen Optionen besteht die Möglichkeit der Auszahlung einer lebenslangen monatlichen Rente. Lediglich die Direktversicherung, die Pensionskasse, die Unterstützungskasse und unter Umständen auch die Direktzusage ermöglichen ein Kapitalwahlrecht zum Zeitpunkt des Renteneintritts. Unabhängig davon, für welche Durchführungsvariante Du Dich letzten Endes entscheidest, musst Du damit rechnen, dass das ausgezahlte Kapital versteuert werden muss. Zudem werden Sozialversicherungsbeiträge fällig. Allerdings wirst Du im Alter höchstwahrscheinlich wesentlich geringere Steuern bezahlen als während Deines Arbeitslebens.

Das Infonetz Altersvorsorge hat die verschiedenen Optionen der bAV in einer übersichtlichen Tabelle zusammengefasst.

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