Das Zweitstudium, seine Rahmenbedingungen und steuerlichen Möglichkeiten

studentenjob_steuern_versicherung_kEin Zweitstudium ist ein erneutes Studium, nachdem ein Student bereits erfolgreich einen Abschluss erworben hat. Ein Hochschulabschluss ist also keine Voraussetzung dafür, sondern lediglich das Abitur als Hochschulreife, da es sich um einen neuen Studiengang handelt. Häufig besteht allerdings aufgrund der persönlichen Interessen des Studierenden ein fachlicher Zusammenhang zwischen dem bereits abgelegten Erst- und dem neu angestrebten Zweitstudium.

Studieren ist in den meisten deutschen Bundesländern kostenpflichtig, man benötigt eine Wohnung, muss versichert sein und hat Lebenshaltungskosten. Daher sollte man sich beim Zweitstudium mit den Möglichkeiten zur steuerlichen Absetzung beschäftigen, welche sich von denen im Erststudium teils deutlich unterscheiden.

Abgrenzungen und Gründe

Manchmal werden einige Begriffe mit dem Zweitstudium verwechselt. Zunächst hat es mit einem Parallel- oder Doppelstudium nichts zu tun. Bei diesen beiden Möglichkeiten ist ein Student regulär und zur selben Zeit in zwei Studiengänge eingeschrieben. Das Zweitstudium ist auch kein postgraduales Studium. Denn dafür ist ein bereits abgeschlossenes Hochschulstudium die Voraussetzung.

Die Beweggründe für ein Zweitstudium sind so unterschiedlich wie die Menschen, die es anstreben. Sie können jedoch bei der Vergabe der zulassungsbeschränkten Studiengänge wichtig sein. So kann es für Zweitstudiumsaspiranten nützlich sein, die Begründungsschreiben durch Gutachten zu untermauern. Die ZVS vergibt für verschiedene Gründe Punkte, die mit der der Note des Erststudiums verrechnet werden. Hierbei ist zu beachten, dass örtliche Zulassungsbeschränkungen bei Studiengängen von den Hochschulen frei angepasst werden können.

Manche Berufe können beispielsweise nur mit zwei abgeschlossenen Studiengängen abgeschlossen werden. Beispiele sind verschiedene Arten von Chirurgen oder Organgeistliche. Ein Zweitstudium ist auch für eine darauffolgende Tätigkeit in Wissenschaft und Forschung zuweilen wichtig. Auch besondere oder sonstige berufliche Gründe können als Gründe dargelegt werden.

Steuerliche Hinweise

Beim Zweitstudium kann man anders als beim Erststudium dem Finanzamt die Kosten präsentieren. Denn die Ausgaben für die „weiterführende Ausbildung“ kann man in der Einkommenssteuererklärung absetzen. Allerdings muss man diese Ausgaben selbst getätigt haben, sprich, wenn beispielsweise die Eltern dafür aufkommen, ist dies nicht zulässig. Dabei ist es ganz konkret wichtig, Quittungen und andere Zahlungsbelege gut aufzubewahren und diese eventuell für eine bessere Übersicht chronologisch zu ordnen.

Grundsätzlich können

-          Seminare oder Fahrten im Rahmen des Zweitstudiums,

-          ein Zweithaushalt,

-          Fahrtkosten,

-          das Arbeitszimmer oder

-          die verwendeten Arbeitsmittel

geltend gemacht werden. Insofern sollten Zweitstudenten auf jeden Fall eine Steuererklärung abgeben.

Details der steuerlichen Regelungen

Seminare und Studienfahrten fallen unter die Regularien für Reisekosten. Dies gilt auch für die Kosten für die Fahrt von der Wohnung zur Ausbildungsstätte (Universität, Hochschule). Letztere wird als „Tätigkeitsstätte“ eingestuft. Bei der genannten Fahrt wird eine Pauschale von 30 Cent pro tatsächlich gefahrenem Kilometer durch den Fiskus berechnet. Für die sogenannte Verpflegungspauschale gibt es nach der Neuregelung lediglich noch zwei Kategorien. Bei einer Fahrt, welche länger als 8 und bis zu 24 Stunden andauert, können 12 Euro geltend gemacht werden. Diese Kategorie wird auch berechnet für den An- und Abreisetag einer Reise, welche sich über mehrere Tage hinzieht. Für jeden Tag dazwischen sind jeweils 24 Euro fällig.

Für das Arbeitszimmer können bis zu 1.250 Euro nachgewiesener Kosten für einen häufig genutzten, häuslichen Arbeitsplatz abgesetzt werden. Der Anteil, den das Arbeitszimmer an Nebenkosten, Strom, Miete oder Renovierung kostet, muss präzise kalkuliert werden. Ferner können laut Paragraf 9, Nummer 6 des Einkommenssteuergesetzes beispielsweise Möbel im Arbeitszimmer wie Bürostuhl, Schreibtischlampe oder Schreibtisch, Büromaterial wie Stifte, Papier oder Ordner, Computer und Zubehör, aber auch Fachzeitschriften, Kopien oder Bücher als Arbeitsmittel geltend gemacht werden. Wenn letztere mit Mehrwertsteuer über 487,90 Euro kosten, können sie zudem über die Nutzungsdauer abgeschrieben werden.

Weitere steuerliche Tipps finden sich beispielsweise auf dem Unternehmerportal der Firma Lexware oder auf Finanztip.de.

 

 

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