Bildung ist für alle da – aber wer schafft es eigentlich bis in die Hochschule?

Wie weit es mit der Chancengleichheit in Punkto Bildung her ist, wird heftig in den Medien diskutiert. Die offiziellen Zahlen bestätigen das allgemeine Gefühl: Chancengleichheit gibt es hierzulande nicht. Die Bildungschancen hängen mehr denn je von der sozialen Herkunft ab. Bildungscheck und Ganztagsschule sollen die Konditionen für Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien oder mit Migrationshintergrund verbessern. Wenige Tropfen auf viele heiße Steine? Die Antwort lautet eindeutig: ja! Denn mehr als ein Drittel der derjenigen, die eine höhere schulische Laufbahn erfolgreich abgeschlossen haben und zum Wintersemester 2010/2011 mit viel Optimismus und voller Tatendrang in die Hochschulen strömen, stammen aus einem Akademikerhaushalt. Das ergab eine aktuelle Umfrage vom Deutschen Studentenwerk und dem Hochschul-Informationssystem.

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Nur  15 Prozent der Studenten  (jeder siebte Student) stammen aus einer sozial schwachen Familie, nur jeder neunte (11 Prozent) hat ein Elternhaus mit Migrationshintergrund.

Wer glaubt, das Verhältnis von sozialer Herkunft und Bildungschancen habe sich in den letzten 30 Jahren verbessert ist auf dem Holzweg. Das Gegenteil ist der Fall: Im Jahr 1982 stammten nur 17 Prozent der Studenten aus Akademikerfamilien und jeder vierte aus sogenannten bildungsfernen Haushalten. Wenn man die Bildungslaufbahn verschiedener sozialer Schichten vergleicht, ergibt sich ein noch krasseres Bild: 23 Prozent der Studierenden stammen aus sozial benachteiligen Familien und 71 Prozent der Studierenden sind Akademikerkinder.

Als Resumée fällt mir nur ein: Armes Deutschland! Einerseits werden die überalterte Gesellschaft und die katastrophalen Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort Deutschland in der Politik ständig thematisiert und andererseits passiert nichts Nennenswertes, um das zu ändern.

Eure Anja

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