Bachelor und jetzt?

Abitur, Bachelor und dann Master oder direkt der Absolventenjob

Die Umwandlung der Studienabschlüsse auf Bachelor und Master war ein viel und kontrovers diskutiertes Thema. Die Einen waren dagegen, die Anderen dafür. Inzwischen steht wohl fest, dass der Übergang zum neuen System fast vollzogen ist.
Als Bachelorabsolvent steht man heute vor der Frage, ob man direkt anfängt zu arbeiten oder doch den Masterabschluss anschließen sollte. Wobei vor einigen Jahren bei Personalern noch völlige Verwirrung über die neuen Abschlüsse bestand. Unternehmen kannten zu einem Großteil nicht den Unterschied zwischen Bachelor und Master und haben beide als gleichwertig eingestuft. Das hat sich inzwischen geändert. Unternehmen bevorzugen nun eindeutig den Masterabschluss – wobei sich das natürlich nicht auf jedes Unternehmen und jeden Abschluss übertragen lässt. Vielen Personalern haben Bachelorabsolventen zu wenig praktische Erfahrungen. Das deckt sich mit dem Gefühl vieler Studenten, wenn sie das Ende ihres Bachelors erreichen: sie fühlen sich nicht auf die Berufswelt vorbereitet.

Also wollen viele Bachelorstudenten fast nahtlos im Master weiterstudieren. In den letzten Jahren wurden die Kapazitäten für Bachelorplätze immer weiter ausgebaut. Die große Frage ist nun: Warum fand nicht parallel ein adäquater Ausbau an Masterplätzen statt? Die Begründung dafür war der demographische Wandel. Man ist davon ausgegangen, dass zunächst der Andrang der Erstsemester steigen, dann aber relativ schnell wieder zurückgehen würde. Die dann frei werdenden Kapazitäten in den Bachelorstudiengängen sollten für den Ausbau des Masterprogramms genutzt werden. Problematisch daran ist nur, dass nach Hochrechnungen die Zahl der Studienanfänger bis in die 2040er hoch bleiben soll. Erst dann wird die Zahl unter das Niveau von 2005 (356.000 Studienanfänger) fallen. Trotz der anhaltend schwierigen Situation für die derzeitigen Studenten und Bachelorabsolventen wird kaum von Seiten der Landesregierungen reagiert. Allein in Baden-Württemberg sollen ab diesem Jahr bis 2016 insgesamt 6300 neue Masterplätze eingerichtet werden. Wobei das immer noch nicht die Nachfrage nach Masterplätzen abdecken wird.

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